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THEMA: Pilzkurse, -Führungen und -Seminare

Pilzkurse, -Führungen und -Seminare 6 Monate 4 Wochen her #2181

  • waldtroll
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Hallo,

ich wende mich an die Praktiker unter Euch, die selber Seminare und Kurse anbieten. Mich würde mal interessieren, wie Ihr es mit den rechtlichgen Voraussetzungen für praktische Pilzkurse und Seminare haltet.

Bevor hier Stürme der Entrüstung losschlagen, möchte ich klarstellen, dass ich grundsätzlich schon gerne die Kirche im Dorf lasse, aber ich beobachte eine Entwicklung, die mir etwas zu denken gibt.

Um was geht es? Ich biete in der Pilzsaison hier bei mir im Spessart Pilzführungen für Gruppen an. In dem Kurs gibt es theoretische und praktische Elemente. So werden u.a. gemeinsam Pilze gesammelt und diese dann bestimmt. Ich selber sammle am Vortag der Führung die wichtigsten in der Region vorkommenden Arten, um diese am Anfang des Kurses in einer theoretisch-praktischen Einführung den Kursteilnehmern zu präsentieren. Jeder musss dann die Pilze in die Hand nehmen, daran riechen und soll so die wesentlichen optischen, haptischen und sensorischen Merkmale kennenlernen, insbesondere auch die leicht verwechselbaren Arten. Außerdem geht es um Lebensmittelsicherheit, Pilzqualität usw.

Für die Kurse und das zweckbestimmte Sammeln von Pilzen für die Kurse habe ich sowohl eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung von der unteren Naturschutzbehörde, als auch eine gewerbliche Genehmigung, da ich ja für die Kurse Geld verlange. Als Sammelgebiet für die bneiden Genehmigungen sind Waldflächen innerhalb eines bestimmten Gebietes festgelegt. Es spielt rechtlich gesehen auch keine Rolle, ob man das gewerblich macht oder wie viel Kursgebühr man verlangt.

Nun kommt eine weitere Hürde für den Anbieter von Pilzkursen hinzu: da ich nicht nur für meinen Eigenbedarf im Sinne der Gesetze sammle, den ein Waldeigentümer ja zu dulden hat, muss ich für solche Kurse mit dem Eigentümer einen zusätzlichen Vertrag abschließen, denn eine Veranstaltung, Kurs etc. geht über das Aneignungsrecht hinaus. Dies ist rechtlich auch unstrittig und wurde auf Behördenebene (Höhere Naturschutzbehörde) auch geklärt.

Wenn ich Pilze, Wildpflanzen, oder andere Naturgüter direkt oder indirekt (z.B. im Rahmen eines Kurses) nutzen möchte, muss ich einen privatrechtlichen Vertrag mit dem 'Eigentümer (..des Waldes oder des Grundstückes..) schließen.

Meine Kurtsteilnehmer werden auch über alle rechtlich relevanten Vorschriften im Zusammenhang mit dem Pilzesammeln informiert, insbesondere Betretungs- und Entnahmerechte etc. Soweit die bisherige und rechtliche Situation.

Da Pilzesammeln immer beliebter wird, muss ich in den letzen Jahren beobachten, dass es immer mehr Anbieter von Pilzkursen gibt, die Kurse sowohl über die Volkshochschulen, als auch selber privat/gewerblich anbieten. Damit habe ich auch kein Problem, jedoch kommen nicht wenige enttäuschte Kursteilnehmer zu mir, die in anderen Kursen schlechte Erfahrungen gemacht haben und sehr verwundert sind, wenn sie z.B. von mir über das Verhalten in der Natur und insbesondere über die rechtlichen Grundlagen des Pilzesammelns informiert werden, wovon sie woanders noch nichts gehört haben oder wo man es ihnen anders erzählt hatte.

Jetzt hatte ich dann mal vor gut einem Jahr verschiedene Anbieter in meiner Region "gecheckt" hinsichtlich naturschutzrechtl. Auisnahmegenehmigung und gewerberechtl.Genehmigung für die Veranstaltungen, für die teilweise recht ordentlich kassiert wird. In allen Fällen Fehlanzeige. Nun gut, dachte ich mir, das muss jeder selber verantworten.

Was mich aber schon wundert, ist die Tatsache, dass es sich bei einigen Anbietern um Pilz-Sachverständige handelt. Es geht mir auch gar nicht darum, hier jemand an den Pranger zu stellen, aber Pilzberatern sollten diese Dinge doch eigentlich schon klar sein?

Da ich auch Naturparkführer im Naturpark Spessart bin, habe ich unsere Kräuterführer mal darauf angesprochen. Denen waren die rechtlichen Grundlagen auch nicht in vollem Umfang bekannt. Wenn ich einen Kräuterkurs anbiete kann ich mit 20 Mann und mehr doch auch nicht beim Bauer Huber auf die Wiese gehen, dort herumtrampeln und ganze Sträuße für das gemeinsame Essen später sammeln ohne dass ich mir das von ihm habe genehmigen lassen? Von der naturschutzrechtlichen Genehmigung ganz zu schweigen...

Da ich gesehen habe, dass hier recht viele Pilzberater eingetragen sind, viele davon Sachverständige, würde mich mal interessieren, wie diejenigen von Euch das handhaben, die auch Führungen und Kurse anbieten.

Vielen Dank schon mal für Euer Interesse und für eine (hoffentlich) rege Diskussion

Liebe Grüße

Jürgen
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