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Artenportraits

Sonntag, 17 Januar 2016 03:46

Portrait: LeGals Purpurröhrling, Falscher Satansröhrling

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Boletus legaliae Pilat
LeGals Purpurröhrling, Falscher Satansröhrling
Synonyme:
- Boletus splendidus C. Martin
- Boletus splendidus subsp. moseri Singer & Kuthan
- Boletus satanoides ss. auct. div.

Familie: Boletaceae
Ordnung: Boletales
Klasse: Agaricomycetes

Hut:halbkugelig bis abgelflacht polsterförmig; fein filzig bis samtig, im Alter spät verkahlend, Oberfläche gelegentlich bei Trockenheit / Hitze etwas schülferig werdend oder feinfeldrig aufspringend; Hutfarben jung grauweißlich, bald mit zunehmenden Rosa- und Rottönen, untermischt bisweilen mit hellgrauen Farben, im Alter auch wieder zu graubraun, grau entfärbend, wobei aber rosa und rot lange erhalten bleiben. Selten und nur im Alter auch ockergelblich untermischt; Hutoberfläche auf Druck unveränderlich

Stiel: bauchig bis keulig, im Alter auch gelegentlich zylindrisch; in der oberen Stielhälfte mit feinem, rotem Netz auf meist gelblichem Grund; in der unteren Stielhälfte mit feinen, roten Flöckchen auf gelbem bis rotem Untergrund; bei Berührung blauend

Röhren: gelblich, im Alter oliv, bei Verletzung blauend; Poren fein, ganz jung gelblich, bald orangerot bis blutrot; bei Trockenheit und im Alter vom Hutrand her auch wieder zu orangegelb verblassend; auf Druck blauend.

Fleisch: blassgelb, bei älteren, trockenen Fruchtkörpern auch schmutzigweißlich ausblassend, in der Stielbasis hin und wieder mit rötlichen Flecken; überall blauend, aber meist schwach und / oder etwas zögerlich; Hyphen der Stielbasis amyloid

Speisewert: unbekannt, möglicherweise ungiftig. Bei so einer Art ist der Speisewert aber absolut irrelevant. Man kann genauso gut die Netzhexen und Sommersteinpilze in der Umgebung absammeln, mit denen die Art gerne vergesellschaftet ist.

Sporenpulver: olivbraun

Vorkommen: Bei Laubbäumen (vor allem Eichen) auf Kalkböden, an wärmebegünstigten Standorten; gerne in „Sekundärbiotopen) wie Friedhöfen, Parks, Gärten. In Deutschland selten und schwach verbreitet, nur an wenigen Standorten mit regelmäßiger Fruchtkörperbildung.

Verwechslungen: Mit anderen Dickröhrlingen. Hier ist auf die roten Poren, den (fein) genetzten Stiel und die bei Druck unveränderliche Hutoberfläche mit Rosatönen zu achten.
Eine ähnliche Merkmalskombination zeigt der Weinrote Purpurröhrling (Boletus rubrosanguineus), der aber schon jung einen überwiegend roten Stiel hat, auch das Netz ist von Anfang an rot, fein und zeiht sich idR. von der Stielspitz bis zur Stielbasis hinab. Die Hutfarben bei B. rubrosanguineus sind meist etwas dunkler, jung mit mausgrauen Tönen, im Alter eher zu tief weinrot als zu rosagelb umfärbend. B. rubrosanguineus kommt selten im Flachland bei Laubbäumen vor, etwas häufiger in Gebirgsnadelwäldern.
Der Satansröhrling (Boletus satanas) unterscheidet sich durch seinen Hut ohne Rosatöne, einen recht bald unangenehmen Geruch und einen Stiel mit eher kalten Rottönen, gerne auch pinkfarbig im Wechsel zwischen dem roten und dem gelben Bereich.
Der Blasshütige Purpurröhrling (Boletus rhodoxanthus) unterscheidet sich durch sein eher kräftiges Netz auf +/- gesamter Stiellänge, das auch durch den starken Kontrast von rotem Netz zu gelbem Untergrund auffällt. Im Schnitt ist B. rhodoxanthus auffallend zweifarbig: Im Hut sieht man weißes, +/- blauendes Fleisch, der Stiel dagegen ist überwiegend gelb.
Der nur im Mittelmeerraum vorkommende Schöngefärbte Röhrling (Boletus pulchrotinctus) unterscheidet sich durch die meistens eher gelblich gefärbten Poren und ein mehr rosanes / schmutzig rosaliches statt rotes Stielnetz.
Der Blaufleckende Purpurröhrling (Boletus rhodopurpureus) kann sehr ähnlich sehen, aber seine Huthaut blaut auf Druck. Diese Reaktion kann bei alten, trockenen Fruchtkörpern fehlen, in dem Fall müsste man sich an dem tendenziell weiter herablaufenden Stielnetz von Boletus  rhodopurpureus orientieren.
Ebenfalls an ihrer blauenden Hutoberfläche leicht zu unterscheiden sind der Ochsenröhrling (Boletus torosus) und der Netzstielige Hexenröhrling (Boletus luridus). Der Ochsenröhrling hat zudem einen wechselhaft fleckigen Hut, der oft irgendwelche dunklen Olivtöne zeigt, sein Fleisch ist außerdem auffallend schwer.
Das Netz des Netzstieligen Hexenröhrlings ist meist deutlich kräftiger als das von B. legaliae, der idR. rötliche Röhrenboden von Boletus luridus kann ebenfalls zur Unterscheidung dienen.

Anmerkungen: Der deutsche Name „Falscher Satansröhrling“ wurde auch schon für den Weinroten Purpurröhrling (Boletus rubrosanguineus) verwendet. Der Name „LeGals Purpurröhrling“ aber kann nicht mißverstanden werden.


Bilder:
   
   
   

Quelle: Pilzforum.eu

Gelesen 1209 mal Letzte Änderung am Sonntag, 17 Januar 2016 03:55

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