Kto.: Sparkasse Regen-Viechtach
IBAN: DE57 7415 1450 0023 2050 32
BIC: BYLADEM1REG

Allgemeines zu Pilzen

Dienstag, 27 Dezember 2016 02:11

Das Zusammenspiel von Regen und Waldboden Empfehlung

geschrieben von
Artikel bewerten
(1 Stimme)

Die Regen-Durchlässigkeit des Waldbodens oder Wiesenbodens sowie die Niederschlagsmenge ist wichtig für das Pilzwachstum.

Wie rasch sickern Niederschläge in die Tiefe und wie viel Wasser kann für das Pilzmyzel gespeichert werden?
Das Pilzmyzel befindet sich im Substrat (Erde, Humus, Holz..) in einer Tiefe von wenigen Millimeternbis zu einigen Metern - je nach Pilzart!

Pilzwachstumsstatistik (Feststellung Langzeittest 5 Jahre)

Ein Fallbeispiel (Mehrfachmessung):

  • Hauptpilzmonate Juni bis Oktober...
  • Regenfall von 10 mm (10 Liter/qm)...
  • Temperatur von 15-25 ° C...
  • Zeit 8 Tage...

Ergebnis: Es kam nur zu geringem Pilzwachstum, da die Austrocknung (...wegen der Wasserdurchlässigkeit des Bodens) zu hoch war (nur 10 l/qm).
Bessere Ergebnisse ermittelten wir durch Mehrfachniederschläge an mehreren Tagen von jeweils täglich > 10 l/qm bis 100 l/qm, Beispiel:

image004
image006
image008

Was sind nun die besten Verhältnisse für optimales Pilzwachstum der Großpilzarten, wie Steinpilze, Maronenröhrlinge, Pfifferlinge... usw?
Hier die optimalsten Bedingungen für Pilzfunde (Faustformel):

  • Regen über mehrere Tage von über 10 l/m², dadurch entsteht auch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit (...ein sogenanntes Dampfen der Wälder). Wassermengen über 80 l (innerhalb einer Woche) verursachen eine Wachstumsbremse.
  • Temperaturen zwischen 10 und 25 ° C ist optimal, unter 5 ° C oder über  25 ° C = rückläufiges Pilzwachstum.
  • Je mehr Wind, desto schneller trockenen die oberen Pilzmyzelschichten aus und das Pilzwachstum wird gehemmt.

Außer den Witterungsverhältnissen sind die optimalen Jahreszeiten (Juni - Oktober) und der Fundort:

Junganpflanzungen, Mischwälder, Kiefernwälder, Fichten- und Tannenwälder, Wiesen, Waldränder, Parks, wichtige Begleitpflanzen usw... je nach Pilzart und Bodenverhältnisse (kalkreich, sauer) sehr wichtige Faktoren!
Wälder mit guter Waldpflege, sowie Privatwälder ohne Großmaschineneinsatz sind ertragreicher vom Speisepilzvorkommen, als völlig ungepflegte Wälder.
Durch Windbruch oder Borkenkäfer geschädigte oder umgestürzte Bäume, die liegengelassen werden, mögen zwar Folgezersetzerpilze anziehen, gute Speisepilze werden sehr wenige zu finden sein. Auch engstehende Monokulturen lassen keine Pilzfreude aufkommen.
Lange Winter mit viel Schnee sowie verregnete (warm-tropische) Sommer brachten meist  überdurchschnittliche Pilzmengen.
Mondphasen sind wissenschaftlich gesehen ohne Bedeutung. Auch wir haben bisher keinen Zusammenhang festgestellt.

Aber wie heißt es doch so schön „Der Glaube versetzt Berge“

Ab und an wollen Pilze "trotz optimaler Wachstumsverhältnisse" dennoch nicht wachsen, Gründe hierfür können unter anderem sein:

  • ...der Boden gedüngt wurde.
  • ...Bäume oder Sträucher abgeholzt wurden.
  • ...extreme Waldarbeiten mit zu großen Maschinen durchgeführt wurden.
  • ...durch Reiter, Wanderer, Radfahrer, Pilzsammler der Boden belastet wurde.
  • ...oder weil sie einfach nicht wachsen wollen: Ursache immer noch UNBEKANNT!

Quelle: 123Pilze

Gelesen 825 mal Letzte Änderung am Dienstag, 27 Dezember 2016 04:26

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Jürgen Krosta Montag, 28 Mai 2018 13:16 gepostet von Jürgen Krosta

    Hallo Frank,

    das Pilzwachstum und die Abhängigkeit vom Niederschlag ist ein großes und sehr vielschichtiges Thema. Es hängt von sehr vielen Faktoren ab, ob und wie schnell Fruchtkörper wachsen.

    Zuerst einmal kommt es auf die Nodenbeschaffenheit, Geomorphologie und den Waldtyp an und wie es mit der aktuellen Bodendurchfeuchtung vor einem Niederschlagsereignis aussieht.

    Nach längeren Trockenperioden, wie wir sie heute leider immer häufiger erleben, benötigt es sehr viel Niederschläge und danach eine längere Phase der Mycelbildung im Boden, bevor man mit dem Ausbilden von Fruchtkörpern rechnen kann.

    Dies ist von Pilzart zu Pilzart sehr unterschiedlich. Bei Steinpilzen benötigt man i.d.R. ca. 40 L/m² Waldboden. Das bedeutet, dass dieses Wasser im Boden ankommen muss. Rechnet man jetzt den Kronen- und Verdunstungsverlust sowie den Abfluss (bei trockenem Boden) ab, so benötigt man schon mind. 60 l bis 80 l pro m², damit dieses Wasser zum Wachstum zur Vefügung steht.

    Alles ist natürlich abhängig vom Waldtyp, denn Nadelwälder halten deutlich mehr Wasser zurück als Laubwälder.

    Man weiß heute von Untersuchungen, dass ca. 70 % des Niederschlags als Verdunstung wieder in die Atmosphäre zurückgeht und nur ca. 30 % Im Waldboden verbleibt, u.a. zur Tiefenversickerung und Grundwasserbildung.

    Bei dem Punkt dichtstehende Kulturen muss ich Dir leider widersprechen. Gerade in dichten Fichtenkulturen mit Bäumen so ab 15 Jahre Alter haben wir teils ein Massenaufkommen von Steinpilzen (edulis) und auch Pfifferlingen.

    Nach Ausdünnung der Bestände geht das deutlich zurück. Ich vermute, dass junge Bäume in der Masse deutlich mehr Feinwurzeln ausbilden und somit auch mehr Pilzmycel in Interaktion mit dem Baum zur Verfügung steht.

    Meine aktiven Beobachtungen zu diesem Thema habe ich vor gut 40 Jahren begonnen und es gäbe noch sehr viel hierzu zu sagen und zu berichten.

    Auch die Frage des Beginns von Pilzwachstum habe ich für mich zumindest gelöst. Ich habe vor ca. 15 Jahren begonnen, einen Naturgarten mit verschiedensten Baumarten anzulegen und mit entsprechenden Bodenvoraussetzungen, die einen natürlichen Waldboden mit seinen unterschiedlichen Verrottungsschichten weitestgehend simulieren. Hier messe ich z.B. auch den Niederschlag "unter" den Bäumen.

    In diesem Waldgarten habe ich bis heute ca. 60 verschiedene Pilzarten festgestellt und jedes jahr kommen neue hinzu. Zeigen sich die ersten "Indikatorpilze", kann ich das zu 100 % auf meinen Pilzwald in der Natur übertragen.

    Viele Grüße

    Jürgen

    Melden

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit Stern * zu füllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Letzte Forenbeiträge

Newsletter

Teamviewer downloaden und Hilfe erhalten.

DSGVO-geprüft

Datenschutzsiegel