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Sabrina Ehmke

Dienstag, 08 März 2016 21:02

Lorchel oder Morchel Empfehlung

geschrieben von Christian und Sabrina Ehmke
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(3 Stimmen)
 

Hallo alle miteinander.

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In vielen E-Mail's die mich erreichen, tauchen immer mal wieder einige Fragen über die überaus schmackhaften Morcheln auf. Darum möchte ich in den nächsten Zeilen, auf die ein oder andere Frage näher eingehen.

Die Fragen aller Fragen und damit auf Platz 1, wo finde ich denn Morcheln?
Ich muss jedesmal schmunzeln, aber dazu später mehr ... !
Leider kommt die wichtigste Frage erst danach, an welchen Merkmalen kann man sie von der giftigen Lorchel unterscheiden? Im Grunde ist diese Frage schnell beantwortet. Ich beziehe mich jetzt mal auf die klassische Verwechslungsmöglichkeit, der giftigen Frühjahrslorchel - Gyromitra esculenta und der Speisemorchel - Morchella esculenta.

Morchel Merkmale:

Hut: Wabenartig, hohl

Stiel: Beige, weißlich, hohl

Farbe: Beige, gelblich

Boden: Kalkhaltig

Geruch: Aromatisch, pilzig

Habitat: Auwälder, Bachtäler, Seenufer, Wiesen.

 

Lorchel Merkmale

Hut: Hirnartig gewunden, voll

Stiel: Weißlich, hohl

Farbe: Bräunlich, rötlich-braun

Boden: Sauer

Geruch: würzig

Habitat: Kiefernwälder mit sandigen Böden.

 

Auch wenn die Bilder nicht gerade gut sind, denke ich, kann man den Unterschied dennoch erkennen. Die Morchel mit hellen, warmen Gelbtönen und der Wabenartigen Struktur und daneben die Frühjahrslorchel mit ihren rotbräunlichen Farbtönen und ihren hirnartigen Windungen. Achtet man nun auch noch auf die Umgebung des Pilzes, ist eine Verwechslung kaum noch möglich. An dieser Stelle gleich eine Bemerkung zum Rindenmulch in Gärten, Parkplätzen oder vor der Haustür. Wer sich nicht sicher ist, nimmt sich von Mulchflächen besser nichts für die Pfanne mit. Zum ersten schmecken diese Morcheln bei weiten nicht so gut wie "wild gefangene" und an öffentlichen Plätzen muss man im Hinterkopf haben, dass Hunde und Katzen auch nicht weit entfernt sind.... aber das entscheidet am besten jeder für sich selbst. Zurück zum Thema: in der Regel handelt es sich um die Spitzmorchel - Morchella conica, die sich auf Rindenmulch von der Fichte wohlfühlt, dennoch habe ich auch schon Speisemorcheln drauf gesichtet und eben manchmal auch die giftige Frühjahrslorchel.
Es lohnt sich trotzdem im Frühling auf solchen Plätzen die Augen aufzuhalten. Denn solche Plätze sind meist wärmebegünstigter, weil meistens keine Bäume in der Nähe sind, die die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres vom Boden fern halten. Sprich, wenn da die ersten Morcheln wachsen, geht es in den Auwäldern ein bis zwei Wochen später auch los.
So nun zum Punkt, wo finde ich denn am besten Morcheln? Viele bezeichnen die Morchelsuche als Königsdisziplin. Zum einen liegt es daran, dass sie sehr anspruchsvoll sind, was ihre Umgebung betrifft und zum zweiten tauchen sie nur in einem kleinen Zeitfenster des Jahres auf. Da sie auch nur einen Wachstumsschub im Jahr haben, muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Sie sind Standorttreu, hat man mal welche gefunden, heißt es Stelle merken und nächstes Jahr immer wieder kontrollieren. Weil, tauchen sie da an Tag X wieder auf, weiß man, dass sie da sind und man kann sich aufmachen um neue Standorte aufspüren.
Persönlich nutze ich immer schon die pilzarme Zeit im Winter und suche mir potenzielle Stellen, die ich im Frühjahr mal besuchen und absuchen möchte. Im Grunde kann man sich merken, wenn der Huflattich blüht, wachsen die ersten Giftlorcheln, wenn der Löwenzahn überall blüht, starten die Morcheln durch und spätestens wenn die Rapsfelder leuchtend gelb sind, ist die Morchelzeit für das Jahr wieder vorbei.  Nebenbei gibt es auch den sehr leckeren Morchelbecherling, oft zur selben Zeit, am selben Standort.


Möchte ich die Speisemorchel - Morchella esculenta finden, gehe ich in naturbelassene Auwälder, mit Eschen und Erlenbestand. Morcheln mögen es wie die meisten Pilze nicht, wenn sie austrocknen, aber sie mögen auch keine nassen Füße. An Seeufern die nicht permanent überspült werden oder in Auwäldern, da stehen sie oft im unteren Bereich in Hanglagen. So bekommen sie viel Wasser von den Niederschlägen ab, aber stehen trotzdem nie nass. Man findet sie auch in Gärten, gerne in der Nähe von Apfelbäumen und Rosengewächsen oder auf Streuobstwiesen. Zeigepflanzen für guten Morchelboden wären Pestwurz, Lungenkraut, Goldnessel, Zahnwurz, Buschwindröschen, der Waldmeister zeigt zudem auch noch Lehmboden an... . Die Latte mit Zeigepflanzen ist lang, wer auch andere Pilze im Jahr gezielt sucht, sollte die wichtigsten Pflanzen kennen, es ist sehr hilfreich zu wissen, auf welchem Boden, welche Pilze wachsen.


Die Käppchenmorchel - Morchella semilibera ist nicht so anspruchsvoll was den Boden betrifft und auch sie findet man in ähnlichen Biotopen wie es auch die Speisemorchel mag, nur mit etwas mehr Nässe. Nicht selten fand ich sie direkt in nassen Straßengräben oder neben nassem Schlamm, auch bei Brennnesseln was zum Beispiel stickstoffreiche Böden anzeigt.


Die Spitzmorchel - Morchella conica hingegen findet man am ehesten in sandigen Kiefernwäldern oder mit Kiefern aufgeforsteten Tagbaugebieten, wo der Boden unter dem Moos und Nadelstreu mit groben Kies versetzt ist. Sie taucht als Erstes der drei Morchelarten auf und kann in milden Wintern schon ab Ende Februar erscheinen. Aber Vorsicht, in den gleichen Gebieten wächst die giftige Frühjahrslorchel. Da die Spitzmorchel dunkel bis schwarz ist und die braunroten Giftlorcheln auch mal witterungsbedingt sehr dunkel werden können. Ich werde die beiden auch nochmal nebeneinander fotografieren und von beiden einen Querschnitt zeigen.

Copyright alle Bilder und Text: www.lorcheln.de
Gelesen 1729 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 09 März 2016 17:49
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