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Giftnotruf

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Sonntag, 03 Januar 2016 18:53

Pilzvergiftung

Verhaltensregeln bei einer Pilzvergiftung:

  • Feststellung der Art/Zeit der Beschwerden. (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, Kopfschmerzen, Unruhezustände, Herz-Kreislauf-Probleme, Krämpfe, Harnbluten... seit wann, letzter Alkoholgenuss?)
  • Arzt/Notarzt verständigen.
  • Die Person beruhigen.
  • In jedem Fall die Person zum Erbrechen bringen. Z.B. Finger in den Mund! Dieses hat jedoch nur Sinn, wenn der Pilzgenuss nicht länger als 4 Stunden zurückliegt.
  • Unterhaltung über Fundort/Fundstelle der Pilze. Vielleicht mit Personen die den Betroffenen begleitet haben. Es sollte versucht werden die Fundstelle zu ermitteln um weitere identische Pilze zu finden.
  • Keine Hausmittel verwenden. Es gibt keine wirksamen Hausmittel; im Gegenteil dadurch kann sich der Zustand verschlechtern.
  • Alle Pilzreste sicherstellen. (geputzte, Putzreste, gekochte, erbrochene, im Stuhl)

Beschwerden können innerhalb weniger Minuten auftreten, aber auch erst nach Tagen, so dass ein direkter Zusammenhang mit der Pilzmahlzeit nicht immer erkannt wird.

 

Ein Beitrag der DGfM zum Thema
Giftpilze - was tun?
Pilzgenuss – Pilzvergiftungen
Wenn man sich der Essbarkeit der bereits verzehrten Pilze nicht mehr sicher ist oder sich gar eine Pilzvergiftung schon mit Symptomen äußert, was ist dann zu tun? Im Folgenden werden einige grundsätzliche Informationen und Ratschläge gegeben, mit denen Sie sicher sein können, dem vorhandenen Unglück keine weiteren Fehler hinzufügen. Diese Richtlinien gelten natürlich für alle, die an der zweifelhaften Pilzmahlzeit teilgenommen haben. Die Informationen wurden von Walter W. A. Pätzold †, Deutsche Gesellschaft für Mykologie, zusammengestellt und von Prof. Dr. med.Siegmar Berndt, DGfM - Toxikologe aktualisiert.
Sofortmaßnahmen:
  • Nehmen Sie schnell ärztliche Hilfe in Anspruch! Je nach Einschätzung der Situation gehen Sie zum Hausarzt, verständigen Sie eine der Gift-Notruf-Zentralen oder lassen Sie sich zum nächsten Krankenhaus bringen.
  • Lassen Sie alle Reste des Sammelguts, Reste vom Pilze putzen, Reste der Mahlzeit und eventuell sogar Erbrochenes sicherstellen und zur Untersuchung aufbewahren.
  • Versuchen Sie sich und andere Beteiligte zu beruhigen und einen bedachten, verantwortungsvollen Weg zur Bereinigung der Situation zu gehen.
  • Ziehen Sie einen geprüften PilzsachverständigenDGfM hinzu.
  • Keine Hausmittel! Es gibt keine vernünftigen Hausmittel bei einer Pilzvergiftung, die ohne ärztlich festgestellte Indikation eingesetzt werden können. Milch trinken ist immer falsch, aber auch Salzwasser trinken, um Erbrechen zu fördern oder Kohletabletten, um Durchfälle zu lindern, können schwere Nachteile mit sich bringen und die Prognose bis hin zu Todesfällen verschlechtern.
  • Nur bei Verdacht auf eine schwerwiegende Vergiftung und wenn ein Krankenhaus zu weit entfernt und ein Arzt nicht zu erreichen ist, kann der Pilzsachverständige Medizinalkohle (1g/Kg Körpergewicht in 400 ml Wasser aufgeschwemmt) empfehlen, oder, falls nicht zu beschaffen, in einer derartigen Ausnahmesituation und wenn die Pilzmahlzeit nicht länger als 5 - 6 Stunden zurückliegt, dem Betroffenen raten, durch "Finger in den Hals stecken" zu erbrechen.
  • Halten Sie die Reihenfolge dieser Sofortmaßnahmen ein. Versuchen Sie nicht erst mal nach der Ursache zu forschen oder zu „behandeln“. Das machen die ausgewiesenen Fachleute von Medizin und Mykologie (Pilzkunde).
Die häufigsten Ursachen für Pilzvergiftungen:
  • Am häufigsten treten Pilzvergiftungen durch zu alte Pilze (aus eigenem Sammelgut, aus Verkauf und aus fremder Verarbeitung!) oder zu lange, bzw. falsch gelagerte (Unterbrechung der Kühlkette, nicht atmende Plastikverpackung, tagelang in Kellern und Kisten usw.) auf.
  • Genuss von rohen oder ungenügend gedünsteten Pilzen. Rohe Speisepilze sind im Allgemeinen giftig. Nur Kulturegerling (Zuchtchampignon), Steinpilz und einige wenige andere Arten sind roh genießbar.
  • Verzehr von Giftpilzen, die durch Verwechslung, viel häufiger aber durch Unachtsamkeit, in die Mahlzeit gelangten. Oft wissen Sammler nichts von der Existenz selbst tödlich giftiger Arten, wie z. B. bestimmten Schleierlingen, die zudem auch noch ansprechend aussehen.
  • Vergiftungen und allergieähnliche Erkrankungen durch Pilze, deren Inhaltsstoffe und individuelle Wirkungen noch unzureichend bekannt sind.
  • Allgemeine Unverträglichkeitsreaktionen auf Pilze. Es gibt eine kleine Minderheit von Mitmenschen die einige oder gar alle Speisepilze nicht vertragen. Es sind weder die Pilze deswegen giftig noch haben diese Menschen einen erkennbaren Defekt. Es ist aber hilfreich zu wissen, dass es so etwas gibt.
Prävention – Verhindern von Pilzvergiftungen
  • Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher kennen. Pilze, die Sie bestimmen, essen Sie bestimmt nicht! Erst wenn Sie sich nach wiederholter Bestimmung der Kenntnis sicher sind, denken Sie an die Bratpfanne.
  • Verwenden Sie einen Korb oder andere luftige Gefäße zum Sammeln und lassen zu alte, madige und zu kleine Pilze stehen.
  • Lassen Sie sich Ihre Pilze nur von geprüften PilzsachverständigenDGfM auf Essbarkeit hin überprüfen und fragen Sie ihn nach seinem Ausweis der DGfM.
  • Fragen Sie bei Wildpilzen auf Märkten und in Restaurants im Zweifelsfall, ob die Pilze kontrolliert wurden.
  • Achten Sie auch bei Zuchtpilzen auf Frische und appetitliches Aussehen. Ein Sonderpreis muss kein Schnäppchen sein.
  • Erweitern und sichern Sie Ihre Kenntnisse mit guten Bestimmungsbüchern, durch den Besuch von Pilzberatungsstellen, durch Mitarbeit in Pilzvereinen bzw. pilzkundliche Arbeitsgemeinschaften oder durch Kurse bei VHS u. ä., die von anerkannten PilzsachverständigenDGfM geleitet werden. Vertrauen Sie nicht auf die selbsternannten „alten Hasen“. Oft haben die bis jetzt nur Glück gehabt.
Quelle: DGfM
Publiziert in Sonstiges
Sonntag, 03 Januar 2016 18:50

Giftnotruf

Giftnotrufzentralen:

 

Deutschland   |   Schweiz   |   Österreich

 

  • Berlin (Berlin und Brandenburg)

    • Giftnotruf Berlin
      Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin
      Campus Benjamin Franklin
      Hindenburgdamm 30
      12203 Berlin
      Telefon: 030-19240
      Internet: www.giftnotruf.de

     

  • Bonn (NRW)

    • Informationszentrale gegen Vergiftungen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
      Zentrum für Kinderheilkunde
      Adenauerallee 119, D-53113 Bonn
      Telefon 0228 - 28 73 211 und 0228 - 28 73 333
      Telefax 0228 - 28 73 314
      Internet: www.meb.uni-bonn.de

     

  • Erfurt (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen)

    • Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
      Nordhäuser Straße 74, D-99089 Erfurt
      Telefon 0361 - 73 07 30
      Telefax 0361 - 73 07 317
      Internet: www.thueringen.de

     

  • Freiburg (Baden Württemberg)

    • Universitätskinderklinik, Informationszentrale für Vergiftungen
      Mathildenstraße 1, D-79106 Freiburg
      Telefon 0761 - 19240
      Telefax 0761 - 27 04 457
      Internet: www.ukl.uni-freiburg.de

     

  • Göttingen (Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein)

    • Giftinformationszentrum-Nord
      Georg-August-Universität
      Robert-Koch-Straße 40, D-37075 Göttingen
      Telefon 0551 - 19 240 für alle und 0551 - 38 31 80 für Ärzte
      Telefax 0551 - 38 31 881
      email:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
      Internet: http://www-giznord.pharpt1.med.uni-goettingen.de

     

  • Homburg/Saar (Saarland)

    • Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle an den Universitätskliniken, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
      D-66421 Homburg/Saar
      Telefon 06841 - 19 240 oder 06841 - 16 83 15
      Telefax 06841 - 16 40 17
      Internet: www.med-rz.uni-sb.de

     

  • Mainz (Rheinland-Pfalz und Hessen)

    • Beratungsstelle bei Vergiftungen
      Johannes-Gutenberg-Universität, II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinische Toxikologie
      Langenbeckstraße 1, D-55131 Mainz
      Telefon 06131 - 19 240 und 06131 - 23 24 67
      Telefax 06131 - 17 66 05
      Internet: www.giftinfo.uni-mainz.de

     

  • München (Bayern)

    • Giftnotruf und Mobiles Gegengift-Depot
      Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik rechts der Isar
      Ismaninger Straße 22, D-81675 München
      Telefon 089 - 19 240
      Telefax 089 - 41 40 24 67
      Internet: www.toxinfo.org

 

 

 

 

Schweiz

2016 04 17 124009

 

 

 

 

 

 

Tox Info Suisse betreibt die Notfallnummer 145. Rufen Sie an, wenn die Gefahr einer Vergiftung besteht oder jemand Symptome einer Vergiftung zeigt. Ärztinnen und Ärzte sowie weitere medizinische Fachpersonen geben täglich rund um die Uhr telefonisch Auskunft bei Vergiftungen durch Chemikalien, Medikamente, giftige Pflanzen, Pilze oder Tiere sowie Drogen und vieles mehr. Tox Info Suisse feiert 2016 sein 50-jähriges Bestehen.

 

 

 

 

Österreich

VIZ

Vergiftungsinformationszentrale
Notruf-Telefon: +43 1 406 43 43

Bei Vergiftungsverdacht (Auslöser: Medikamente, chemische Stoffe, Haushaltsprodukte, Sucht- und Genussmittel, Pflanzen, Tieren oder andere bzw. unbekannte Stoffe) berät toxikologisch geschultes Personal rund um die Uhr. Aufgrund der telefonisch mitgeteilten Fakten wird eine Entscheidungshilfe gegeben, ob ärztliche Hilfe nötig ist.

Wichtige Informationen im Notfall

Bei Verschlucken einer möglicherweise gesundheitsschädigenden Substanz oder sonstigem Kontakt mit verdächtigen Substanzen rufen Sie sofort – noch vor  Ergreifen irgendwelcher Maßnahmen – die VIZ an. Für individuelle Beurteilung des Risikos und Beratung sind folgende Informationen wichtig:

  • Was: möglichst genaue Bezeichnung der Substanz bzw. des Produkts (Medikament, Haushaltsmittel, Chemikalie, Pflanzenteil, Droge etc.)
  • Wie viel: möglichst genaue Mengenangabe: Anzahl von Tabletten, Kapseln, Dragees; Volumenangabe in Schlucken, Ess- oder Teelöffeln
  • Wer: Alter, Gewicht, Geschlecht und Zustand der betroffenen Person(en)
  • Wann: Zeitpunkt des Kontakts
  • Wo: Ort des Geschehens
  • Wie: Verschlucken, Einatmen oder Hautkontakt
  • Warum: unabsichtliche oder absichtlich herbeigeführte Vergiftung 

Folgen Sie den Empfehlungen der VIZ, oder suchen Sie die nächste Arztpraxis oder ein Krankenhaus auf. Nehmen Sie Verpackung oder Teile der verdächtigen Substanz bzw. des Produkts unbedingt mit.

Euro-Notruf: 112
Rettung: 144
Ärzte-Funkdienst: 141

Weiterer Service:
Informationsleistungen für Ärztinnen/Ärzte und medizinisches Fachpersonal

 


Achtung: Für die Korrektheit der bereitgestellten Informationen kann kein Gewähr übernommen werden.

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